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20. Januar 2023
Lesezeit 4 Minuten

Das Grundbuch in Österreich

Das Grundbuch in Österreich ist ein öffentliches Verzeichnis, in dem die Eigentumsverhältnisse an Grundstücken und Gebäuden gespeichert werden. Es dient als Nachweis für die Eigentümerschaft eines Grundstücks und enthält wichtige Informationen wie die Lage, Größe und Beschreibung des Grundstücks sowie eventuelle Belastungen oder Beschränkungen, wie etwa ein Pfandrecht (Hypothek) oder Dienstbarkeiten bzw. Servitutsrechte, etwa ein Wohnrecht oder ein Fruchtgenussrecht.

Das Grundbuch wird in Österreich von den jeweiligen Bezirksgerichten geführt. Einträge ins Grundbuch werden vom Bezirksgericht grundsätzlich nur nach eingehenden und überprüften Ansuchen vorgenommen. Die meisten Änderungen benötigen eine beim Notar beglaubigte Urkunde.

Als Hausbesitzer in Österreich ist es wichtig, dass man sich mit dem Grundbuch auskennt und die darin enthaltenen Informationen überprüft. Ein Blick ins Grundbuch kann beispielsweise wichtige Informationen darüber enthalten, ob es Belastungen oder Beschränkungen auf dem Grundstück gibt, die den Wert des Eigentums beeinträchtigen können.

Welche Teile hat das Grundbuch?

Allgemein unterscheidet man in Österreich zwischen dem Hauptbuch und der Urkundensammlung, die zusammen das Grundbuch bilden. 

Die verschiedenen Arten von Eigentumsverhältnissen und Belastungen oder Beschränkungen werden in den verschiedenen Teilen des Hauptbuchs, auch genannt Blättern, festgehalten. In Österreich gibt es drei Arten von Blättern im Grundbuch: A, B und C.

A-Blatt: Das A-Blatt enthält grundsätzliche Informationen über das Grundstück, wie z.B. Größe, Lage, Bebauungsart und Grundstücksnummer. Hier findet man auch Angaben über den Eigentümer des Grundstücks.

B-Blatt: Das B-Blatt enthält Informationen über die Belastungen des Grundstücks, wie z.B. Grundschulden, Dienstbarkeiten oder Belastungen durch öffentliche Lasten. Hier findet man auch Angaben über eventuelle Sicherungsrechte, wie z.B. Pfandrechte.

C-Blatt: Das C-Blatt enthält Angaben über die Rechtsgeschichte des Grundstücks, wie z.B. frühere Eigentümer, Kaufverträge oder Erbscheinsprozesse. Hier findet man auch Angaben über eventuelle Nachlassverfahren, die das Grundstück betreffen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das A-Blatt Informationen über das Grundstück selbst enthält, das B-Blatt Informationen über Belastungen und Sicherungsrechte des Grundstücks und das C-Blatt Informationen über die Rechtsgeschichte des Grundstücks.

Die Urkundensammlung im Grundbuch ist ebenfalls ein Teil des Grundbuchs, in dem sämtliche Dokumente und Urkunden aufbewahrt werden, die für das jeweilige Grundstück relevant sind. Dazu gehören zum Beispiel Kaufverträge, Erbscheine, Grunddienstbarkeiten, Belastungen, etc.

Die Urkundensammlung dient dazu, einen vollständigen Überblick über die Rechtsgeschichte eines Grundstücks zu erhalten. Sie stellt somit eine wichtige Grundlage für die Abwicklung von Transaktionen und die Klärung von Rechtsfragen dar.

Die Urkunden in der Urkundensammlung sind in der Regel abschriftlich erfasst und können von jedermann eingesehen werden. 

Es ist auch wichtig zu wissen, dass das Grundbuch ein öffentliches Verzeichnis ist und jeder Zugriff darauf hat. Das bedeutet, dass jeder Einblick in die Eigentumsverhältnisse und Belastungen eines Grundstücks nehmen kann.

Wo kann man einen Grundbuchauszug bestellen und wieviel kostet er?

Ein Grundbuchauszug kann in Österreich direkt beim Bezirksgericht, über Notare oder verschiedenen privaten online Anbietern, sogenannten Verrechnungsstellen, erworben werden. Die Anbieter werden vom Staat unter folgendem Link aufgelistet https://justizonline.gv.at/jop/web/content/verrechnungsstellen

Die Kosten für einen Auszug sind im Gerichtsgebührengesetz festgelegt und belaufen sich in der Regel auf wenige Euro.

Das Grundbuch in verschiedenen Rechtssystemen

Das Grundbuch nach römischem Recht und der Title im anglikanischen Recht sind beide Registrierungssysteme für Grundstücke, jedoch unterscheiden sie sich in ihrer rechtlichen Konzeption und Anwendung.

Das Grundbuch nach römischem Recht ist ein öffentliches Register, in dem Eigentumsrechte an Grundstücken registriert werden. Es dient dazu, die Eigentümer von Grundstücken zu identifizieren und ihre Rechtsverhältnisse zu dokumentieren. Das Grundbuch ist in der Regel öffentlich einsehbar und dient als Beweismittel für die Eigentumsverhältnisse.

Der Title im anglikanischen Recht hingegen ist ein privates Register, in dem Eigentumsrechte an Grundstücken registriert werden. Es dient dazu, die Eigentümer von Grundstücken zu identifizieren und ihre Rechtsverhältnisse zu dokumentieren, jedoch ist es nicht öffentlich einsehbar. Es dient in erster Linie als Nachweis für die Eigentümer und Banken und wird bei Transaktionen zur Prüfung des Eigentums verwendet.

In der Praxis bedeutet das, dass sich der Beweis der Eigentumsverhältnisse im anglikanischen Recht auf vergangene Kaufverträge stützt und daher mit einer gewissen Unsicherheit behaftet ist. In den USA ist es daher üblich eine Versicherung abzuschließen, falls der Verkäufer doch nicht rechtmäßiger Eigentümer war.

Das Grundbuch überprüfen

Abschließend lässt sich sagen, dass das Grundbuch in Österreich eine wichtige Rolle in der Dokumentation und Überprüfung von Eigentumsverhältnissen von Grundstücken und Gebäuden spielt. Als Hausbesitzer sollte man sich mit dem Grundbuch auskennen und regelmäßig prüfen, ob die darin enthaltenen Informationen korrekt sind. Eine ordnungsgemäße Grundbucheintragung ist für jede Art von Grundstücksübertragung unerlässlich, um die Eigentumsverhältnisse am Grundstück offiziell zu dokumentieren. Es ist ratsam, sich an einen Experten zu wenden, der die erforderlichen Unterlagen und Nachweise prüft und die Eintragung im Grundbuch vornimmt.

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Ein weiteres wichtiges Thema ist das Pfandrecht, wie zum Beispiel eine Hypothek. Diese ist eine Belastung des Grundstücks, die in das Grundbuch eingetragen wird, um einen Kredit zu sichern. Hausbesitzer sollten sicherstellen, dass sie über alle Belastungen ihres Grundstücks im Grundbuch Bescheid wissen, da diese den Wert und die Handelbarkeit des Eigentums beeinträchtigen können.

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Franz Hoerhager

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